Überforderung als architektonischer Zustand
Das Aquarell „Ausnahmezustand“ aus dem Januar 2016 von Sabeth Faber entstand im Zusammenhang des Kriminalromans „Der namenlose Tag“ von Friedrich Ani, entfaltet sich wie ein innerer Raum, der zugleich vertraut und fremd wirkt. Es zeigt keinen realistischen Ort, sondern einen symbolischen Innenraum, dessen Wände von abstrakten, fast organischen Strukturen durchzogen sind. In der Mitte öffnet sich ein Fenster in eine friedliche Landschaft aus grünen Hügeln und blauem Himmel – ein ruhiger Gegenpol zum unruhigen Innenraum. Doch aus diesem Fenster wächst eine bunte, baumartige Form, ein vibrierender Energieausbruch aus Gelb, Pink, Grün und Blau, der sich wie ein lebendiger Impuls in den Raum hineinbewegt. Über dem Fenster wölbt sich eine schwarz-weiße Gehirnstruktur, die in die Decke übergeht, als würde der Raum selbst denken oder als wäre das Bewusstsein ausgelagert und sichtbar gemacht. Links und rechts hängen zwei schwarz-weiße Fotografien: eine lesende Person und eine gehende Pers...








