Veränderung – Aquarelle eines Neubeginns

 


Der Aquarellzyklus „Veränderung“ von Sabeth Faber entstand in einer biografisch entscheidenden Phase und trägt die Spuren eines inneren Wandlungsprozesses, der sich in den Bildern ebenso deutlich zeigt wie in ihrer Entstehungsgeschichte. Die Werke markieren den Übergang von einer Zeit der Schwere hin zu einer neuen Selbstwahrnehmung, in der künstlerischer Ausdruck, Selbstfürsorge und innere Stabilität erstmals selbstverständlich nebeneinanderstehen durften. Während eines mehrwöchigen Aufenthalts in einer Traumaklinik – einem Ort, der zu einem Wendepunkt wurde – erhielt Faber nicht nur professionelle Bestätigung ihres künstlerischen Potenzials, sondern auch Zugang zu Praktiken wie Yoga und dem Konzept eines inneren sicheren Ortes. Diese Erfahrungen bilden den stillen Resonanzraum des gesamten Zyklus.

 

In den frühen Bildern zeigt sich noch eine starke Verdichtung: dunklere, erdige Töne, eng gefasste Formen, ein Gefühl von Enge und innerer Last. Die Kompositionen wirken wie eingefrorene Momente, in denen etwas Altes noch festhält, obwohl es bereits zu bröckeln beginnt. Die Linien sind oft kantig, die Farbverläufe zurückhaltend – als würde die Welt noch aus Fragmenten bestehen, die sich nicht ganz zusammenfügen wollen.

Im weiteren Verlauf öffnet sich der Zyklus sichtbar. Die Farbpalette hellt sich auf, Blau- und Grüntöne treten hervor, die Formen werden weicher, durchlässiger, fließender. Es entsteht ein Eindruck von Atem, von Raum, von beginnender Selbstzuwendung. Die Bilder wirken weniger wie Reaktionen auf Schmerz und mehr wie tastende Bewegungen in Richtung Freiheit. Besonders auffällig ist, wie sich die Dynamik verändert: Statt statischer, schwerer Flächen erscheinen zunehmend organische Linien, die an Wasser, Wind oder wachsende Pflanzen erinnern – Symbole für Regeneration und innere Bewegung.

Gegen Ende des Zyklus zeigt sich eine neue Klarheit. Die Kompositionen gewinnen an Leichtigkeit, ohne an Tiefe zu verlieren. Die Farben wirken mutiger, die Formen selbstbewusster. Es entsteht der Eindruck eines inneren Gleichgewichts, das nicht erzwungen ist, sondern gewachsen. Die Bilder vermitteln ein Gefühl von Ankommen – nicht als Endpunkt, sondern als Beginn eines selbstbestimmten Weges. In ihnen spiegelt sich die Erfahrung, Schuldgefühle loszulassen, sich selbst Raum zu geben und die eigene künstlerische Stimme ernst zu nehmen.

So erzählt „Veränderung“ nicht nur von einem persönlichen Heilungsprozess, sondern auch von der Geburt einer künstlerischen Identität. Der Zyklus dokumentiert, wie Sabeth Faber aus einer Phase der inneren Enge heraus in eine neue Form von Freiheit findet – eine Freiheit, die sich in Farbe, Linie und Bewegung ausdrückt und die bis heute das Fundament ihres künstlerischen Schaffens bildet

 

Zu diesem Zyklus gehören folgende Bilder:

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