Im Atelier der Zwischenwelten

 


Mit Besuch bei Rembrandt schafft Sabeth Faber ein Aquarell, das wie ein stiller Dialog über Zeit und künstlerische Herkunft wirkt. Entstanden im März 2019, wenige Wochen vor ihrer ersten Ausstellung, verbindet das Werk Hommage und Selbstvergewisserung auf poetische Weise.


Die Szene spielt in einem surreal verfremdeten Atelierraum, der in violette Dämmerung getaucht ist. Eine liegende Figur ruht in diesem Zwischenreich, während ein farbintensiver Pfau auf ihren Beinen sitzt. Sein leuchtendes Grün und Gelb durchbricht die monochrome Umgebung und wird zum zentralen Symbol des Bildes: Schönheit, Transformation und die Frage nach der eigenen Sichtbarkeit. Der Pfau erscheint wie ein Bote Rembrandts — nicht als historische Figur, sondern als Verkörperung eines künstlerischen Blicks, der das Menschliche im Unvollkommenen erkennt.

Der Raum selbst wirkt fließend, traumhaft: Bilder an den Wänden öffnen kleine Fenster in andere Welten, der Boden scheint zu schmelzen, Objekte tauchen fragmentarisch auf. Diese surreale Atmosphäre spiegelt die innere Bewegung einer Künstlerin, die kurz vor ihrem ersten öffentlichen Auftritt steht. Das Bild zeigt nicht nur einen imaginären Besuch bei Rembrandt, sondern auch einen Moment des Übergangs — zwischen Tradition und eigener Handschrift, zwischen Intimität und dem Schritt in die Öffentlichkeit.

„Besuch bei Rembrandt“ ist damit weniger ein klassisches Porträt als ein inneres Ritual: ein leises, selbstbewusstes Ja zur eigenen künstlerischen Präsenz.

 

Weitere Kunstwerke von Sabeth Faber kann man sich hier anschauen: (): Kunst braucht Zeit

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